Der LPV Unterallgäu

Landschaftspflege im Unterallgäu … für unsere Natur im Einsatz

Biotoppflege

Für den Erhalt günstiger Lebensbedingungen seltener Tier- und Pflanzenarten sind bestimmte Kombinationen von Strandortfaktoren ausschlaggebend. Solche Bedingungen haben sich im Offenland durch jahrhundertelange standortangepasste Bewirtschaftung eingestellt. In der modernen Zeit spielt die Extensivnutzung für Hochleistungsbetriebe kaum noch eine wirtschaftliche Rolle und so muss zum Erhalt unserer Arten- und Lebensraumvielfalt an ihre Stelle oft eine außerbetrieblich unterstützte Biotoppflege treten. Dies zu planen, zu organisieren und die benötigten Finanzmittel zu akquirieren, ist eine der Kernaufgaben unseres Landschaftspflegeverbandes.

Biotopverbundentwicklung

Versetzen Sie sich in die Lage eines mittelalterlichen Händlers, der den Markt auf der anderen Seite des Flusses aufsuchen will: Für ihn stellt eine Brücke eine sehr brauchbare Verbindung dar. Ein schmaler Weg, der die volle Verbindungsfunktion erfüllt. Genauso funktionieren Biotopverbundkorridore. Unser Wasserreichtum hat das Netz der Wasserwege mit ihren einige Meter breiten Uferzonen vorgegeben, um den Austausch zwischen unseren artenreichen Grünlandkomplexen zu gewährleisten. Wie bei den alten Handelswegen sind Ketten von Raststationen notwendig, um größere Distanzen überwinden zu können. Hierfür werden Extensivwiesen wiederhergestellt oder Feuchtbiotope landschaftsgestalterisch angelegt.

Umweltbildung

Die wirkliche Welt um uns herum ist nicht programmiert, jeder von uns erlebt sie einmalig auf seine Weise. Verstand und Sinne müssen aktiviert werden, um eine abwechslungsreiche Landschaft als etwas Wertvolles zu empfinden. Gerade in der heutigen Zeit, in der schon längst nicht mehr jeder Mensch jeden Tag ins Freie kommt, wollen wir mit Praxistagen, Exkursionen, Info-Veranstaltungen oder Ausstellungen das Interesse an der Natur wecken, in der wir Menschen leben. Lohn der Mühe sind solche Kommentare von Teilnehmern: „Ich wusste gar nicht, dass es das bei uns gibt.“, „So hab´ ich das noch nie gesehen!“ oder „Das duftet wie früher!“ Zu solchen Erlebnissen laden wir Sie gerne ein, nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Aktivitäten erfolgen nicht im Verborgenen, doch wie erfahren die Menschen von unserem Tun? Durch diese Homepage und durch Medien wie Presse, Rundfunk, Fernsehen. Eine für alle Beteiligten positive Konstellation, in der wir den Stoff für Berichte liefern und die Berichte uns Aufmerksamkeit verschaffen. Doch die Aufmerksamkeit ist kein Selbstzweck, sie soll die Beschäftigung mit unseren Themen und Anliegen bewirken … auf dem Weg zu der Frage „Was kann ich selber tun?“ Mitmachen! Gute Vorbilder geben Landwirte, die mit uns auf ihren Flächen z. B. Streuobstwiesen anlegen. Für alle ein Gewinn … sowas spricht sich ´rum. Auch das ist Öffentlichkeitsarbeit, die im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt.

Spots aus unseren Aufgaben und Projekten

Regelmäßige Pflege

Ein traditionelles Aufgabenfeld der LPV ist die Erhaltung und Verbesserung von Lebensräumen, die ihre Artenfülle einer historisch gewachsenen Nutzung verdanken. Bei uns sind das hauptsächlich Wiesen und Weiden meist feuchter, teils aber auch mäßig trockener Prägung. Das Pflege-Leitbild ergibt sich von selbst: Wir wählen den Bewirtschaftungszyklus, der zu der Artenfülle geführt hat. Streuwiesen werden nicht häufiger als ein Mal ab Spätsommer gemäht, magere Flachlandwiesen erhalten einen ersten Schnitt ab Ende Juni und einen zweiten im Spätsommer. Das Interesse an unbelastetem „Naturwiesen“-Heu und guter Streue ist dank unseres „Allgäuer Streueprojektes“ (www.streue.de) wieder gewachsen.

Turnuspflege

Manche Arten leben dort, wo auf Grund unkonstanter Bodenfeuchte seit jeher keine planmäßige Bewirtschaftung möglich war: Z. B. Übergangszonen zwischen Feuchtgebieten und Wirtschaftsgrünland. Nur bei ausreichend Trockenheit kann hier der Aufwuchs geerntet werden. Ansonsten bleiben es ein- bis mehrjährige Brachen. Im Laufe der Zeit sind durch „Melioration oder Aufgabe“ scharfe Grenzen entstanden und die Übergangszonen wurden rar. Paare wie der Teufels-Abbiss und der Abbiss-Scheckenfalter oder der Große Wiesenknopf und die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge sind auf solche turnusmäßig gemähten Bereiche angewiesen. Mäht man allerdings zu lange nicht, verbuschen sie und sind auch verloren.

Gestaltung

Wann ist es „genug“? Hinsichtlich des Erhalts unserer Artenvielfalt lautet die Antwort: Wenn unsere Biotope so vernetzt sind, dass auf natürlichem Wege der Verlust einer Art in einem Gebiet durch das Besiedeln eines anderen Gebietes kompensiert wird. Gefährdet sind meist Arten, die auf besonders nasse oder besonders warme Lebensräume spezialisiert sind, weil diese Biotope selten sind. Damit dies nicht so bleibt, werden Flächen entsprechend umgestaltet. Ein Beispiel, das jeder kennt, sind Feuchtbiotope mit permanenten Wasserstellen. Diese sollten so dicht beieinander liegen, dass sie von kleinen Amphibien wie Laubfrosch oder Gelbbauchunke mit einem Aktionsradius von wenigen 100 Metern im Laufe ihres Lebens auch erreicht werden können.

Biodiversität

Hätten Sie gewusst, dass es im Unterallgäu Pflanzenarten gibt, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen? Ja, die Riednelke ist eine regionale Berühmtheit und auch das Bayerische Löffelkraut, das noch ein zweites kleines Verbreitungsareal in Bayern hat. Aber auch zwei Hahnenfuß-Arten zählen bei uns zu den Endemiten. Für noch weitere vom Aussterben bedrohte Arten haben wir in unserem Landkreis eine hohe Verantwortung. Hier seien das Zierliche Wollgras oder der Kriechende Sellerie genannt und die Bachmuschel und die Helm-Azurjungfer unter den Tierarten. Der LPV führt in Partnerschaft mit BN und LBV Biodiversitäts-Projekte durch, die die Bestandssituation der hochgradig gefährdeten Arten bei uns verbessern sollen.


Wussten Sie schon …

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